Ausstellung: Zwischen Kaisertreue und Protestantismus – Hamman von Holzhausen (1467-1536) als Akteur im Zeitalter von Humanismus und Reformation

Ausstellung: Zwischen Kaisertreue und Protestantismus – Hamman von Holzhausen (1467-1536) als Akteur im Zeitalter von Humanismus und Reformation
Am Donnerstag, 14. September 2017, 00.00 Uhr
Hamman von Holzhausen nach Faber von Kreuznach durch Hans Happ 1967 © Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main
Holzhausenschlösschen

Anlässlich des 550. Geburtstags von Hamman von Holzhausen zeigt die Frankfurter Bürgerstiftung eine Ausstellung über Hamman von Holzhausen (1467-1536), den Wegbereiter der Reformation und den bedeutenden Frankfurter Humanisten. Anhand von Originalbriefen, Portraits der Familie von Holzhausen sowie Urkunden und Berichten wird in der Ausstellung die Bedeutung, die Hamman von Holzhausen für den Humanismus, die Reformation und die Stadt Frankfurt hatte, verdeutlicht.
Vor 550 Jahren wurde eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Frankfurts, der als Begründer der Frankfurter evangelischen Glaubenslehre und der Humanistischen Schulbildung gelten kann, geboren: Hamman von Holzhausen. Mit der 1520 in seinem großelterlichen Haus am Römerberg gegründeten städtischen Lateinschule und der Berufung und Bezahlung der ersten Lehrer, der bedeutenden Humanisten Wilhelm Nesen aus Paris und Jacob Micyllus, schuf er die Gründung der heutigen Schulen, wie das Gagern-Gymnasium oder das Lessing- und Goethe-Gymnasium, die ihn als ihren Gründervater sehen. Auch das Frankfurt letztlich evangelisch werden konnte, hat man ihm und seinem Sohn Justinian zu verdanken. Beide haben als Ältere Bürgermeister und bedeutende Staatsmänner manchen Schaden von Frankfurt fernhalten können. In seiner privaten Funktion als Patron der Katharinenkirche ermöglichte er die ersten evangelischen Predigten im März 1522, doch als langjähriges erfahrenes Mitglied des Rates musste er dessen Politik der Rücksichtnahme auf den Kaiser und den Mainzer Erzbischof nicht nur mittragen, sondern als Diplomat Frankfurts  auf mehreren Reichs- und Städtetagen auch mitgestalten. Dahinter stand die Furcht vor dem Verlust der Messeprivilegien und des Status der Stadt als Wahlort der römisch-deutschen Könige. Erst auf massiven Druck der Bevölkerung suspendierte der Rat 1533 die katholische Messe und führte damit offiziell die Reformation ein. Nun benötigte Frankfurt den Schutz des Schmalkaldischen Bundes, dem die Stadt Anfang 1536 beitrat, wenige Monate vor Hammans Tod. Dieser fand in seinem Sohn Justinian (1502-1553) einen würdigen Nachfolger.
Es wird deutlich, dass Frankfurt nicht nur aus der jüngeren Stiftungsgeschichte eines Städel, Senckenberg oder anderer bedeutender Personen besteht, die immer wieder regelmäßig genannt und gezeigt werden. Frankfurts Stadtgeschichte ist schon sehr viel früher mit einer bedeutenden Stifterfamilie, wie der der Holzhausens, eng verbunden gewesen und hat jahrhundertelang davon profitieren können. Ab dem 14. September 2017 werden wertvolle über 500 Jahre alte Briefe in der Ausstellung präsentiert. Sie berichten darüber, wie groß der Einsatz eines Hamman oder Justinian von Holzhausen schon vor 500 Jahren für ihre Vaterstadt war.
Leihgeber der Ausstellungsobjekte sind die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, das Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt am Main und das Archiv der Frankfurter Bürgerstiftung.

Förderer: Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung
Projektleitung: Frankfurter Bürgerstiftung
Öffnungszeiten: Immer eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn und bei Besuch der Veranstaltung in der Pause.