quartetaffairs – Grunelius-Konzerte<br>Konzert mit dem Kuss Quartett

quartetaffairs – Grunelius-Konzerte
Konzert mit dem Kuss Quartett
Am Samstag, 26. November 2016, 19.30 Uhr
Kuss Quartett © molinavisuals

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Jana Kuss Violine
Oliver Wille Violine
William Coleman Viola
Mikayel Hakhnazryan Violoncello

Joseph Haydn (1732 – 1809)
Introduzione und Sonata Nr. 1 Largo aus „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“ op. 51
Sir Harisson Birtwistle (* 1934)
Frieze 2 aus „Pulse Shadows”
Fantasia 3 aus „Pulse Shadows”

Joseph Haydn (1732 – 1809)
„Sonate Nr. 5 Adagio aus „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“ op. 51
Thomas Adés (* 1971)
IV Et... Tango Mortale aus Streichquartett „Arcadiana”
Sir Harisson Birtwistle (* 1934)
Frieze 1 aus „Pulse Shadows”
Thomas Adés (* 1971)
VI. Albion und VII. Lethe aus Streichquartett „Arcadiana“
Joseph Haydn (1732 – 1809)
Il Terremotto – Erdbeben aus „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“ op. 51
Franz Schubert (1797 – 1828)
Streichquartett d-Moll D 810 („Der Tod und das Mädchen“)          

„Jeder Klang, jede Phrase, jede Neugestaltung einer Wiederholung schien entstaubt, befragt und genussreich aufpoliert.“ befand die FAZ nach einem Konzert des Kuss Quartetts. Keine Frage, die Experimentierfreude gehört zu den wichtigsten Eigenschaften des Berliner Ensembles. Und das schlägt sich nicht nur in der regelmäßigen Beschäftigung mit Neuer oder Alter Musik, sondern auch in den Interpretationen des gängigen Repertoires nieder. Mit neuen Formaten wie „KussPlus“ in Berliner Szene-Clubs, Gesprächskonzerten und Konzeptprogrammen sind die vier Musiker Pioniere des modernen Quartettlebens.
Wie kann man die vermeintlich bekannten Werke in Zusammenhänge bringen, die sie anders und neu beleuchten? Was bedeutet in diesem Umfeld „neue Musik“ und wo beginnt sie eigentlich. Das Kuss Quartett hat sich im Laufe seines Quartettlebens immer wieder dieser Frage angenähert, es entstanden einige mit persönlichen Lesarten versehene Konzeptprogramme. Niemals nur aus musikwissenschaftlichem Aspekten heraus, immer vom Ohr geleitet. Unspoken words ist so ein Programm, Ausschnitte von Haydns „Die Sieben letzten Worte...“ treffen auf Sir Harrison Birtwistles „Celan settings“ und Thomas Adès „Arcadiana“, schließlich der Konzertabend auf Schuberts d-moll Quartett. In allen Werken spielen Worte eine wichtige Rolle, Worte, die aber nicht gesprochen, auch nicht vernehmlich gesungen werden. Es geht um Tod, um Hoffnung, um Visionen und Begegnungen von Gegensätzen. All dies können Töne verwirklichen, und zwar in einzigartig berührender Art und Weise. Das wahrscheinlich berühmteste Streichquartett von Franz Schubert – auch dieses angelehnt an ein früher entstandenes Lied – „Der Tod und das Mädchen“ beschließt das Konzert. Kaum vorstellbar, dass es zu Lebzeiten Schuberts nur eine missratene Leseprobe gab, welche schon nach der Exposition des Kopfsatzes vom Geiger Schuppanzigh – immerhin jener, der fast alle Beethoven-Quartette aus der Taufe hob – abgebrochen wurde: „Brüderl“, hat er g'sagt, „das läßt sich net spielen – das is ka' Quartett, das is überhaupt nix! Laß gut sein und bleib bei dei'n Liedern.“

Ernst Max von Grunelius-Stiftung (Förderer), Frankfurter Bürgerstiftung (Projektleitung)