quartetaffairs – Grunelius-Konzerte<br>Konzert mit dem Signum Quartett

quartetaffairs – Grunelius-Konzerte
Konzert mit dem Signum Quartett
Am Donnerstag, 24. November 2016, 19.30 Uhr
Signum Quartett © Irène Zandel

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Florian Donderer Violine
Annette Walther Violine
Xandi van Dijk Viola
Thomas Schmitz Violoncello

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Streichquartett B-Dur KV 458 „Jagdquartett“
Bruno Mantovani (* 1974)
3. Streichquartett (deutsche Erstaufführung)
Johannes Brahms (1833 – 1897)
Streichquartett a-Moll op. 51 Nr. 2

Das Signum Quartett hat durch seine mitreißend lebendigen Interpretationen ein Zeichen in der internationalen Quartettszene gesetzt und sich als eines der interessantesten jungen Ensembles etabliert. Das Ensemble wurde u.a. im Programm BBC Radio 3 New Generation Artists gefördert und ist heute auf den wichtigsten internationalen Konzertpodien und Festivals zu hören. Zu seinen Partnern zählen u.a. Jörg Widmann, Igor Levit und Nils Mönkemeyer. Das Quartett hat bereits eine Reihe mehrfach ausgezeichneter CDs veröffentlicht.
Mozarts B-Dur Quartett mit seinem bekannten, fallenden Jagdmotiv im 6/8-Takt kennen wir heute alle. Und doch ist es immer wieder erstaunlich, mit welcher Raffinesse der Komponist die Interpreten vor große Aufgaben stellt: allein die Phrasierung der Themen von Kopf- und Finalsatz eröffnet Diskussionen, die unglaubliche Coda des ersten Satzes, in der das fallende Motiv in asymmetrischer Ordnung schließlich zum Höhepunkt umgekehrt steigt. Oder der langsame Satz mit seinen merkwürdigen Anfangs-und Zwischentakten. Jedes Ensemble steht bei diesem Stück vor wunderbaren Rätseln. Im Jahre 2003 lernte Oliver Wille die Quartettstücke von Bruno Mantovani kennen: hochexplosive, virtuose und ganz eigene Tonsprache begeisterten ihn. Vor drei Jahren hörte Oliver Wille das zweite Streichquartett Mantovanis in Paris und brachte es anschließend in der Kammermusikreihe in Hannover zur Aufführung. In diesem Jahr gelang es Wille, die erste deutsche Aufführung des dritten Quartetts von Mantovani für „quartetaffairs“ zu bekommen. Im Juli 1873 schreibt Brahms an seinem Freund Dr. Werner Billroth: „Ich bin im Begriff, nicht die ersten, aber zum ersten Mal Streichquartette herauszugeben.“ Eine typische Brahms‘sche Untertreibung, denn er hatte vor dieser Werkgruppe etwa 20 Quartette verworfen, seit 1853 – also über 20 Jahre – arbeitet er an dieser Gattung. An seinen Verleger schreibt er: „Ich gebe mir alle Mühe und hoffe immer wieder, mir solle ein großes und fürchterlich schweres einfallen, und immer geraten sie klein und erbärmlich.“ Man mag über dieses an Joseph Joachims Lebensmotto „frei, aber einsam“ angelehntes Werk unterschiedlicher Meinung sein, klein und erbärmlich ist es keineswegs. Im Gegenteil, es gehört heute zu den größten und komplexesten Streichquartetten des 19. Jahrhunderts.

Ernst Max von Grunelius-Stiftung (Förderer), Frankfurter Bürgerstiftung (Projektleitung)